Alltag im KZ: Das Lager Sachsenhausen bei Berlin by Manuela R. Hrdlicka

By Manuela R. Hrdlicka

Terror, Gewalt und Entrechtung prägten das Dasein der Menschen in den Konzentrationslagern des nationalsozialistischen Deutsch­ land von 1933 bis 1945. Der Lageralltag warfare ein ständiger Kampf der Inhaftierten gegen die Willkür der Aufseher, gegen Erniedrigung, Zwang und Todesdrohung - ein Kampf ums Überleben, aber auch ein Ringen um den Erhalt menschlicher Würde und Individualität in einer unmenschlichen Umgebung. Heute, viereinhalb Jahrzehnte nach dem Ende der NS-Herrschaft, fällt es schwer, zu verstehen, used to be damals geschah - und wie es dazu kommen konnte. artwork und Ausmaß der Grausamkeiten, die damals verübt wurden, überfordern unsere Vorstellungskraft. Wer kann heute noch ermessen, used to be es hieß, in einem KZ eingesperrt zu sein? Wer kann sich noch ein Bild von den Einzelschicksalen machen, die sich hinter der Zahl von mehr als sechs Millionen Opfern verbergen, die in den Konzentrations und Vernichtungslagern des NS-Staates umkamen? Und wer kann schließlich noch begreifen, warum die Tä­ ter ihre Untaten begingen? Das vorliegende Buch soll helfen, ein besseres Verständnis für diese Zusammenhänge zu gewinnen, indem es den "Alltag" in ei­ nem Konzentrationslager beschreibt: die Entpersönlichung der Neuankömmlinge, die Zwangsarbeit und physische Ausbeutung der Inhaftierten, ihre Verzweiflung, den starvation, die Krankheit und den Tod, aber auch die Solidarität der Häftlinge untereinander sowie ih­ ren Widerstand gegen die Gewaltherrschaft der Lager-SS und ihren Kampf gegen die eigene Mutlosigkeit.

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Erinnerungen an das Konzentrationslager Sachsenhausen, hrsg. von Manfred Ruppel und Lothar Wllfstetter, Frankfurt am Main 1987, S. 53. 15 im Sommer, im Wmter eine Stunde später. Da jeweils Hunderte von Menschen in einer Baracke untergebracht waren, herrschte jeden Morgen zwangsläufig ein gr0ßes, hastiges Durcheinander und Gedränge. Den Gefimgenen verblieben weniger als 45 Minuten, um sich zu waschen und anzuziehen, die Latrine aufzusuchen, "nach Vorschrift" die Betten zu bauen und eiligst das kärgliche Frühstück einzunehmen, das aus einem halben Liter dünnen Kaffee ("Muckefuck") und etwas Brot mit gestreckter Marmelade oder Wassersuppe bestand.

Erholungspausen gab es kaum. Nur zweimal, durch einen kurzen Zählappell und eine knapp dreißig Minuten dauernde Mittagszeit, wurde der mehr als zehn Stunden währende Arbeitstag unterbrochen. Die mittägliche Mahlzeit mußten die Gefangenen im Stehen unter freiem Himmel einnehmen - bei strömendem Regen, Schnee oder Frost. Wie schon das Frühstück, so war auch das Mittagessen äußerst knapp bemessen und angesichts der harten körperlichen Anstrengungen, die den Häftlingen abverlangt wurden, völlig unzureichend: ein Dreiviertel Liter undefinierbarer weißer Flüssigkeit aus Kartoffeln oder Steckrüben mit ein wenig Fett versetzt, die deshalb von den Gefangenen " Einbrennsuppe" genannt wurde.

E • --l- "C Sthlafral4m • E o 11'1 11 . ,;'. lI~j•• ... r ... ~~ 11= h ..... :d Grundriß einer Gefangenenbaracke sowie des "Blocks B" (Schreibstube, Bibliothek und Bad). 52 ten. Sie standen jedoch in keinerlei Kontakt zu den übrigen Häftlingen und führten selbst im KZ immer noch ein recht angenehmes Leben. Sie trugen weiterhin ihre schwarzen SS-Uniformen - wenngleich ohne Rangabzeichen, besaßen einen eigenen, vergleichsweise komfortabel eingerichteten Unterkunftsblock, waren von jeglicher Arbeit befreit, erhielten reichliche und gute Kost sowie viele andere Vergünstigungen und Annehmlichkeiten und durften gelegentlich sogar zur eigenen "Unterhaltung" an den Ausschreitungen der Lager-SS gegen die anderen Häftlinge teilnehmen.

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