Gebärde, Laut und graphisches Zeichen: Schrifterwerb im by Gudula List

By Gudula List

Schrifterwerb unter den interkulturellen Bedingungen unserer -ge wollt oder nicht -zunehmend mehrsprachigen Industriegesellschaften: Fiir dieses Therna bietet der vorliegende Band einen Ansatz scheinbar von der Seite her, indem er vor allern auf die gehorlose Minderheit ab hebt. Zum geUiufigen Zusammenhang zwischen Laut und graphi schern Zeichen hinzutretend, rnarkiert die Gebarde eine weitere zu gleich produktive und konfliktreiche size irn Hinblick auf Schrifterwerb, Zweisprachigkeit und "AusUinder"-Status. So wenig unser Ansatz dabei isolierbaren linguistischen Systernproble males gilt, so wenig will er es darnit genug sein lassen, eine verdrangte Minderheit deklarnatorisch zu beschworen. Vielrnehr steht selbst bei einem so bescheidenen Unternehmen wie dern unseren immer im Hin tergrund, daB gerade das Thema Gehorlosigkeit eng mit der Geschichte der Mehrheitsgesellschaft selbst verkniipft ist: Bis ins 18. Jahrhundert hinein lediglich als Behinderte thernatisiert, sind die gehorlosen Gebar densprecherinnen und -sprecher seit zweihundert Jahren Gegenstand von Diskursen geworden, die tief ins Selbstverstandnis der modemen Gesellschaft hineinreichen. Auf den seit Diderots "Brief iiber die Taubstummen" nicht mehr abge rissenen philosophisch-anthropologischen Diskurs als solchen kann hier nicht eingegangen werden. Aber was once in unserern Band als lingu istisch-kognitionspsychologische Erkenntis iiber Gebardensprache dis kutiertwird, beruht auf dern Fortgang dieses Diskurses, bei dem zuneh mend nicht physiologische Defizite und Kompensationsleistungen irn Mittelpunkt stehen, sondern die erstaunliche Sprachleistung, die von den Gehorlosen irn Medium der von ihnen benutzten und tradierten Gebardensprache erbracht wird. Vor allern durch Forschungen in den united states ist in den letzten 20 Jahren der volle grarnrnatische Wert dieser ei gentiirnlichen Sprache herausgearbeitet worden.

Show description

Die Last des Unterschieds: Biographie, Lebensführung und by Dieter Karrer

By Dieter Karrer

In der vorliegenden Untersuchung werden Menschen beschrieben, die in ihrer Mehrheit zu den sogenannt "kleinen Leuten" zählen. Dabei geht es um ganz unterschiedliche Dinge: um ihre Biographie und ihren Alltag, um ihre Vorlieben und Wünsche wie um ihre Sichtweise von sich und der Unterschiede zu andern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der Individualisierungsschub in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die Biographie, die alltägliche Lebensführung und den Habitus von (gelernten und ungelernten) ArbeiterInnen und Büroangestellten ausgewirkt hat. Einerseits werden einzelne Akteure beschrieben und soziologisch interpretiert. Andererseits wird der Frage nachgegangen, ob es gruppenspezifische Gemeinsamkeiten des Habitus und der Lebensführung nach wie vor gibt oder ob sich solche Gemeinsamkeiten im Laufe gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse aufgelöst haben. Die Studie folgt einer relationalen und prozessorientierten Untersuchungslogik, die es erlaubt, soziale Akteure aus ihren jeweiligen Bedingungskonstellationen zu verstehen.

Show description

Sponsoring und emotionale Erlebniswerte: Wirkungen auf den by Stefan L. Erdtmann

By Stefan L. Erdtmann

I. EINLEITUNG 1. Einführung in den Problemkreis Werbung soll in Übereinstimmung mit einem Großteil der Literatur als Versuch der Meinungs­ und/oder Verhaltensbeeinflussung von Menschen mittels Kommunikationsmitteln verstanden werden. In dieser Untersuchung soll das Kommunikationsmittel Sponsoring hinsichtlich seiner Eignung, emotionale Erlebniswerte zu vermitteln, betrachtet werden. Im Intermedia-Vergleich hat das Sponsoring spezifische Vorteile und Eigenheiten gegenüber den klassischen Werbemedien, welche sich ergeben durch (Bruhn 1986, S. 174): das attraktive Werbeumfeld einer positiv anmutenden Veranstaltung, die den Zuschauer interessiert sowie das attraktive Thema der Unterstützung "förderungswürdiger" Institutionen und Ereignisse in den bisher noch unbelasteten Bereichen recreation, Kunst sowie Sozialaufgaben im weitesten Sinne. Spätestens seit dem vorläufigen Höhepunkt der ersten privat finanzierten Olympischen Spiele der Geschichte, 1984 in l. a., ist das Sponsoring als Marktkommunikations-Instrument sowohl 1 auf Verbraucher als auch auf Unternehmensseite etabliert . Die Tatsache der Finanzierung der Spiele mittels Sponsorship hat in den Sponsoring-gewohnten united states keine größere Beachtung gefunden. Für die Bundesrepublik kann dies nicht gelten. Hier sind durch die einschlägigen Presseveröffentlichungen die Dimensionen des internationalen Marktes für Sponsorships einerseits und der Know-How-und Erfahrungsvorsprung angelsächsischer Unternehmen andererseits deutlich herausgestellt worden. Trotz ihrer noch kurzen Erfahrungen mit dem software Sponsorship2 und dem noch unterentwickelten Angebot an Engagement-Möglichkeiten dieser artwork in der Bundesrepublik investieren auch hiesige Unternehmen mit wachsender Tendenz in dieses Marktkommunikations-Instrument. Experten schätzen, daß der Sponsoring-Markt in der Bundesrepublik momentan etwa 350 -460 Mio.

Show description

Verrechtlichung und Verdrängung: Die Bürokratie und ihre by Albrecht Funk

By Albrecht Funk

Je richtiger die banale Feststellung wird, daB speedy alles mit allem zusammenhangt, desto weniger scheinen wir die Zusammenhange zu begreifen. Diese Beobachtung gilt nicht nur fUr un sere Erlebnisse im Alltag, sie gilt auch, ja starker noch, fur die wissenschaftliche Beschaftigung. "Die" Wirklichkeit wird wissenschaftlich zerstuckelt und abstrakt; die Analysen einzelner Probleme beschranken sich auf magere Ausschnitte, die ihrerseits allein unter fach-spezifischer Perspektive, sei es okonomischer, sei es psychologischer, sei es soziologischer paintings behandelt werden. was once Wunder, daB viele soziale Probleme gar nicht zur Kenntnis genommen werden, oder daB die Ursachen derselben durch das Raster der Fachdisziplinen und isolierten Aspekte fallen. Aus einem noch ehrgeizigeren Plan wurde 1974 ein schon im Anspruch betrachtlich herabgesetztes Projekt, dem es unter dem gerade angetippten Stichwort "Zusammen hold" urn ein Doppeltes ging: Zum einen sollte die examine scheinbar unverbundener Bereiche Aussagen ermog lichen, die uber die einzelnen Bereiche hinaus auf die Bundesrepublik und ihre Wirk lichkeit insgesamt schlieBen lassen sollten. Ais soIehe Bereiche wurden aufgrund allge meiner Uberlegungen und individuelIer V orlieben einzelner Mitarbeiter des Projekts ausgewahlt: die state of affairs der J ugendfUrsorge, die Lage der Gastarbeiter, die Behandlung der psychisch Kranken und Struktur und Funktion der Polizei.

Show description

Betriebliche Lebenswelt: Eine Sozialpsychologie by Birgit Volmerg

By Birgit Volmerg

Mane Jahoda Aus zwei engverbundenen Griinden ist dieses Buch ein bedeutsamer Beitrag zu der weitschweifenden und umfangreichen sozialwissenschaftlichen Literatur iiber die Arbeit. Zum ersten ist die Erfassung des Alltagserlebnisses der industri ellen Arbeit im konkreten element kaum je noch in diesem AusmaB versucht wor den. Zum zweiten beruht dieses Buch auf einer weitgehend vernachlassigten Konzeption der Sozialpsychologie, die es versteht, die Abstraktionen moderner Philosophen in empirische Zugangsweisen zu iibersetzen. Das Erlebnis der Arbeit ist situationsbedingt, in der vorliegenden Untersu chung eines GroBbetriebs bedingt durch eine kritische state of affairs, in der techni sche Innovationen und okonomische Faktoren die Sicherheit des Arbeitsplat zes bedrohen. In dieser Hinsicht ist der untersuchte Betrieb nur allzu typisch fiir die gegenwartige Industriearbeit. Dariiber hinaus aber bietet jeder Betrieb natiirlich eine spezielle scenario dar. Das wirft ein challenge auf: Kann guy von dem intensiven Studium der Erlebnisperspektiven in einem Einzelfall allgemei ne SchluBfolgerungen ziehen? Die Rolle des Einzelfalls in der Untersuchung allgemeirier Probleme ist in . vielen Richtungen der modernen Sozialforschung durch die Konzentration auf das scan und die fortschreitende Entwicklung der Methodik von Mas senerhebungen in den Hintergrund gedrangt worden. Urn gewisse Fragen anzu gehen, haben solche weitgehend mechanisierten Untersuchungen natiirlich ihren Platz. Aber es ist unvermeidlich, daB sie an der Oberflache des Erlebens bleiben, in dessen Tiefe Dinge zahlen, die nicht gezahlt werden konnen. Fiir die Frage, die die Autoren dieses Buches sich gestellt haben, sind solche Zugangsweisen ungeeignet.

Show description