Das Gewissen by E. Blum, E. Böhler, C.G. Jung, J. Rudin, H. Schär, R.I.Z.

By E. Blum, E. Böhler, C.G. Jung, J. Rudin, H. Schär, R.I.Z. Werblowsky, H. Zbinden

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Daher die ständige Ausdehnung des Wissens ohne Rücksicht auf die Aufnahmefähigkeit. Daher generell die Steigerung der Gütermengen ohne Rücksicht auf die Tatsache, daß dadurch unsere Genußfähigkeit, Vitalität, unsere schöpferische Kraft und Freiheit immer mehr reduziert werden. Diese Entwicklung ist so weit vorgeschritten, daß der moderne Mensch überhaupt nicht mehr sieht, daß hier ein Problem liegt, und er glaubt Lust ohne Unlust, Fortschritte ohne Opfer realisieren zu können. In ähnlicher Weise treibt die biologische Angst vor der ständig drohenden Vernichtung den Menschen dazu, so viel Reichtum, Macht und Geltung anzusammeln als nur möglich, um gegen alle Eventualitäten gerüstet zu sein, so daß ein großer Teil der Menschen gar nie dazu kommt, diese Möglichkeiten wirklich auszunützen.

Das moderne Erwerbsstreben ist dagegen eine komplexe psychologische Erscheinung, in der sich instinktive und rationale Faktoren, materielle und geistige, egoistische und altruistische Motive in unentwirrbarer Weise mischen. Aber sowohl die Bedeutung, die dem Wirtschaftlichen im Denken des modernen Menschen aller Schattierungen zukommt, als auch der Primat des wirtschaftlichen Prinzips gegenüber anderen Prinzipien menschlichen Handeins ist offenbar in seinem Kern biologisch bedingt. Denn der wirtschaftliche Wert der Dinge, ihr Marktpreis, drückt ihre kollektive Lebens- oder Existenzbedeutung aus, die bei allen anderen Entscheidungen mitberücksichtigt werden muß.

Der Boden für eine Entmutigung des Gewissens wurde im letzten Jahrhundert unter anderem vorbereitet durch die Lehren vom <> im gesellschaftlichen Leben, insbesondere in Politik und Wirtschaft. BENTRAM und CoMTE, die dieser Anschauung huldigten, waren erfüllt vom Vertrauen in die Güte der Evolution, die gewissermaßen von selbst zu ständigem Fortschritt dränge. In dieser Überzeugung begegneten sich die zwei so ungleichen Brüder des Frühliberalismus und des Marxismus: jener mit seinem Glauben an die Selbstregulierung der Wirtschaft aus dem freien Spiel der Einzelegoismen, die ein Eingreifen oder Reagieren des einzelnen im Namen wirtschaftsethischer Forderungen entbehrlich mache; die «Entwicklung>>, dieses fast mythisch verehrte Wesen im Denken des 1 g.

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